Einsatzwoche in Weiden

Das Konzept war hervorragend, die Predigt gut ausgearbeitet. Wir hatten stimmige Musik, packende Videoclips und eine richtig gute Message. Der Raum war geschmückt, die Sofas bequem, Getränke und Knabberzeug in Reichweite. Draußen im Flur standen die Stühle bereit. Nur so zur Not. Und dann, um 19:15 Uhr, waren vier Jugendliche da. Vier.

 

Die Bibelschulteams waren eine Woche in Gemeinden in Deutschland und Österreich unterwegs. Wir waren in Weiden und haben dort Relistunden übernommen, ein Nachmittagscafé angeboten und abends das Jugendprogramm gestaltet. Die vier Jugendlichen waren die letzte Enttäuschung dieser Woche. Zuvor wurde uns mitgeteilt, dass vier Unterrichtsstunden in einer bestimmten Schule komplett abgesagt wurden. Die stellvertretende Schulleiterin hatte in Abwesenheit ihres direkten Vorgesetzten weiche Knie bekommen. Und am ersten Abend, an dem wir eigentlich das Mitarbeiterteam vor Ort kennenlernen sollten, erschien nur ein kleiner Bruchteil davon.

Was genau soll das alles?

Glücklicherweise ging es danach bergauf. Am zweiten Abend waren bereits acht Jugendliche da, am dritten zehn und am letzten Abend 15 Jugendliche plus einige Mitarbeiter aus der Gemeinde und sonstige Begleiterwachsene. Die Stühle auf dem Gang kamen doch noch zum Einsatz.
Für die Relistunden hatten wir zwei Themen vorbereitet: Außenseiter und Drogen. In zwei Fragestunden konnten uns die Schüler jede Menge kritische Fragen zu unserem Glauben stellen. Vermutlich ist was angekommen, denn immerhin drei Schüler kamen dann auch zu unserem Abendprogramm.

Ich persönlich durfte einmal mehr erleben, wie Gott mich befähigt und wie er auch unser Team leitet. Wir hatten nicht genug Zeit, alles gut vorzubereiten. Von Religionsunterricht hatte keiner von uns so richtig Ahnung. Und dann standen wir da vor der Klasse und mussten feststellen, dass unser Konzept eben nicht perfekt war und so einige Lücken hatte. Dinge, die uns Gott spontan eingeben musste. Grandios auch, wie sich hier das Team ergänzen konnte.

Ich durfte erleben, wie Gott mich befähigt und unser Team leitet

Ein Highlight war für mich ein Abend, an dem ich am Ende einige Gedanken, die wir in Spielchen und Kleingruppen formulierten, in einer Andacht zusammenfassen sollte. Ich hatte keine Zeit, mich gut vorzubereiten und das, was ich geplant hatte, wurde durch den Verlauf des Abends teilweise über den Haufen geworfen. Normalerweise eine Horrorsituation für mich. Aber Gott stand mir zur Seite, ich konnte reden, auch wenn ich nicht mehr genau weiß, was ich da eigentlich gesagt habe. Für mich ein grandioses Lehrstück. Nicht ich muss die Leistung bringen. Es reicht, wenn ich mich zur Verfügung stelle und Gott das gebe, was ich eben habe. Den Rest muss er machen und genau das tut/tat er.
Eigentlich war abgesprochen, dass ich anschließend Moderation und Gebet übernehme. Aber nach meiner Predigt war ich alle. Ohne ein Wort von mir, ohne einen hilfesuchenden Blick übernahm spontan eine meiner Teamkolleginnen den Abschluss des Abends. Warum? Einfach, weil sie das Gefühl hatte, das tun zu sollen. Ist das nicht großartig?

Am letzten Vormittag frühstückten wir gemeinsam und auch hier waren wieder einige der Jugendlichen dabei. Erstaunlich, welch tiefe Beziehungen in dieser kurzen Zeit wachsen konnten. Die gesamte Woche stand unter einem Star Wars Motto. Die Abende waren eine Padawanschule und an unserem ersten Abend ging es darum, auserwählt zu sein. Am Ende hatte Gott jene auserwählt, die wir aufrichten, zurüsten und ermutigen durften – und die in den kommenden Jahren säen und ernten dürfen.

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