Auf der Straße

Während ich mich thematisch mit Christenverfolgung auseinandergesetzt habe, waren viele meiner Bibelschulkollegen auf den Straßen der Städte rings um Schloss Klaus unterwegs. Ich habe einige gebeten, ihre Eindrücke zu schildern:

Ich habe mich gemeinsam mit einem Mitschüler zu einem Obdachlosen gesetzt. Habe so etwas noch nie gemacht und hätte mich alleine auch nicht getraut. Wir haben uns einfach unterhalten und haben gemeinsam Musik gemacht. Diese Begegnung auf Augenhöhe war ein riesiges Geschenk für mich. Dieser Mann hat ja auch eine eigene Geschichte und auch er ist Ebenbild Gottes. Das ist mir vorher so deutlich noch nie bewusst geworden.

Sophia

Wir sind in Linz durch die Läden gelaufen und haben kleine Botschaften auf die Spiegel in den Umkleidekabinen geklebt. Zum Beispiel: „Willst du ein Wunder Gottes erleben?“ Auf der Rückseite stand dann: „Schau in den Spiegel, dann siehst du eines seiner größten.“ Es war ein kleiner Nervenkitzel, den richtigen Moment abzuwarten, in die Kabine zu huschen und dann herauszuluken, um ungesehen wieder zu verschwinden.

Melli

Wir wollten eigentlich Kaffee an LKW-Fahrer verteilen, aber keiner wollte. Ich bin dann in der Mittagszeit zu einer Straßenbaustelle, bin in den Container, habe mich hingesetzt und habe gesagt: „Ich trinke jetzt einen Kaffee, wenn ihr wollt, könnt ihr auch einen haben.“ Die Gesichter der Bauarbeiter waren großartig. Als ich noch dazugesagt hab, dass er kostenlos ist, haben drei von ihnen zugegriffen und es sind gute Gespräche entstanden.

Daniel

Mein Team hat einen gemeinsamen Abend mit einen Jugendkreis und einige muslimische Flüchtlinge aus der Nachbarschaft gestaltet. Es gab etwas zu Essen, ein Gebet, ein kleines Anspiel und dann haben wir einfach gute Gemeinschaft miteinander gehabt. In der einen Ecke Jenga, in der nächsten Lobpreis. Da kam Jesus schon sehr eindeutig vor. Die Jungs aus Palästina fanden die Musik gut, haben auch geklatscht. Wir wollten sie ganz bewusst so annehmen, wie sie sind, aber gleichzeitig unseren eigenen Glauben äußern.

Franzi

Gott hat mir geholfen, Menschen mit seinen Augen zu sehen. Wir haben einen Gefängnisgottesdienst mitgestaltet und ich war schon nach dem Aufstehen total nervös und das blieb so trotz aller Gebete. Die vergitterten Fenster, die Polizisten, die uns durchsuchten und die Sicherheitsschleuse machten mich nur noch nervöser. Aber als ich den ersten Fuß in das Gefängnis gesetzt habe, bin ich unglaublich ruhig geworden. Ich war in der Band, in der auch zwei Gefangene gespielt haben. Und ich konnte die Leute einfach so sehen, wie sie sind, ohne Angst vor ihnen zu haben oder mir Gedanken darüber zu machen, was sie getan haben, um hier zu sein.

Annika

Ich war mit 6 anderen Frauen im House of Hope in Linz, einer christlichen Einrichtung, die Flüchtlinge unterstützt und Beziehungsarbeit im Fokus hat. Wir haben das Team dort bei ihrem Wochenprogramm unterstützt. Beim International Café begegnete mir ein etwa 40-jähriger Iraner, der höchstwahrscheinlich fliehen musste, weil er Christ geworden ist. Er hatte einige Fragen zu Bibelstellen. So erzählte er mir, wie er Probleme hat, die Gesetze der Bibel anzunehmen und danach zu leben und trotzdem zu verstehen, dass nicht die Einhaltung der Gesetze ihn retten, sondern der Glaube an Jesus Christus allein. Viele Dinge die er erlebt hatte, wie zum Beispiel die Unterdrückung der Menschen durch religiöse Gesetze, hatten in ihm so viel Schaden angerichtet, dass er mit jeglichen Gesetzen nichts mehr zu tun haben wollte. Ich erklärte ihm, dass es Gott nicht in erster Linie um die Einhaltung seiner Gesetze geht, vor allem wenn wir sie aus eigener Kraft oder äußeren Zwängen befolgen. Vielmehr sollen wir seine Rettung, Liebe und Vergebung annehmen, dass er in uns Wohnung nimmt und durch uns wirkt. Das gottgefällige Leben ist dann eine Reaktion auf die unbegreifliche Liebe und Rettung die man erleben darf. Die Veränderung schafft Gott in uns. Zum Schluss beteten wir noch gemeinsam. Ich bin mir sicher das Gott ihm helfen wird, die Vergangenheit zu verarbeiten und durch seine Liebe und Frieden ihn dazu befähigt, sein lebendiges Wort zu verstehen und es Früchte in seinem Leben tragen wird.

Esther

 

Bild: Brucknerhaus in Linz, Axel Marquard unter CC BY-SA 3.0 AT

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