Christenverfolgung als Gottesbeweis

Wenn sich die Kraft Gottes offenbart, ist das ein unbeschreiblicher Moment. Umso wichtiger sind persönliche Gotteserfahrungen, in denen sich Gott unmittelbar offenbart und zur Erkenntnis keine geschliffenen Worte notwendig sind.

Aber manchmal sind die Zeugnisse so stark, dass sie selbst im dritten oder gar vierten Glied der Erzählkette noch Wirkung zeigen. Für den, der Jahwes Wirken erlebt, ist es ein Beweis. Für alle anderen nicht. Aber manchmal wirkt Gott auf so krasse Weise, dass man sich schon anstrengen muss, ihn in dem, was geschehen ist, nicht zu entdecken.

Ich war auf einem Kongress zur Christenverfolgung und habe dort einige solcher Momente erlebt. Die Referenten berichteten aus erster oder zweiter Hand. Ich hörte von einer Gemeinde im Libanon, am Rande des kriegerischen Wahnsinns (der sich mehr und mehr auch nach Europa ausbreitet), überlaufen von Flüchtlingen. Die Gemeinde dort wird zum Auffangbecken von syrischen Christen, von Kurden, IS-Kämpfern, Moslems, Kämpfern der Al-Nusra-Miliz, von Palästinensern und Juden. Und diese Leute stehen dort gemeinsam vor Jahwe und beten ihn an. Ist das nicht abgefahren? In jeder anderen Situation hätten wir hier ein Death-Match. Die Kamera hält drauf. Wer stirb als erstes. Wer liefert den besten Finishing-Move.

Aber diese Menschen konnten einander vergeben und das, was sie trennt, hinter sich lassen. Ich wüsste keine Kraft der Welt, die so etwas zustande bringt. Nur Gottes Liebe kann das. Diese Menschen haben Jesus kennengelernt – und genau das ist das Geheimnis dieser Liebe.

Der Pastor der Gemeinde im Libanon erzählte von einer Frau, die in den Gottesdienst kam. Eine Muslima, die mit ihrem Mann vor dem Bürgerkrieg geflohen war. Das Paar lebte bereits einige Zeit im Libanon und die Frau begann, sich für den christlichen Glauben zu interessieren. Ihr Mann war damit nicht einverstanden und versuchte, sie davon abzuhalten. Er prügelte sie, doch sie kam immer wieder. Er drosch mit Steinen auf sie ein und hätte sie getötet, hätte sich ihre Mutter nicht dazwischen geworfen.

Eines Tages wurde sie auf der Straße niedergeschlagen. Männer holten sie mit einem Motorrad ein und schlugen ihr im Vorbeifahren mit einem harten Gegenstand auf den Hinterkopf. Sie kam rechtzeitig ins Krankenhaus, die Ärzte wunderten sich darüber, warum sie noch am Leben war. Als sie entlassen wurde, kam ihr Bruder aus Syrien, um das Werk zu vollenden. Sie bat ihn, sich ihm einige Minuten erklären zu dürfen, bevor er sie umbrächte. Sie redeten die ganze Nacht und nach elf Stunden, um vier Uhr Morgens, übergab er sein Leben Jesus.

Scheiße, das ist so abgefahren. Und die Welt ist voll mit solchen Geschichten. Die Frage ist nur, wer sie erzählt.

Religionen geben ihren Anhängern Kraft, für die Religion zu sterben. Religionen geben ihren Anhängern Kraft, Leid zu ertragen. Religionen geben ihren Anhängern Kraft, Gutes zu tun.

Religion ist für den Arsch. Egal, ob sie jetzt Christentum oder Pastafarianismus heißt.

Nur Jesus vereint alle diese Dinge und schenkt zudem die Kraft der grenzenlosen Liebe, die auch vor Anhängern von irgendwelchen Religionen keinen Halt macht, selbst wenn diese Religion nicht das Christentum ist. Sie macht keinen Halt vor jenen, die Jesus selbst verhöhnen, keinen Halt vor Feinden. Diese Liebe macht selbst vor Mördern keinen Halt, die ihren Opfern bereits gegenüber stehen.

Und diese Kraft, diese Liebe kann ich anzapfen.

Die Referenten waren sich in vielen Dingen ähnlich: Sie verloren nicht den Mut ob ihrer Situation, sie trauerten um ihre Freunde, Familienmitglieder, Gemeindemitglieder. Aber sie fanden ihren Trost in Jesus und aus Jesus heraus fanden sie die Größe, ihren Feinden zu vergeben, sie zu lieben und für sie zu beten. Nicht, dass Gott sie vernichten möge, sondern dass er sie segnen und ihr Herz erweichen möge. Sie hielten ihre Peiniger für Opfer falscher Systeme. Etwa Opfer des Islams oder des Geldes oder des Atheismus. Sie setzten sich selbst dafür ein, ihre Verfolger vom Wort Gottes zu begeistern.

Die Antwort auf die Probleme dieser Welt ist keine Religion. Religionen verhärten nur Herzen und Fronten. Welche Religion ihre Anhänger dazu bringt, andere Menschen zu töten, scheint nur eine Frage des Jahrhunderts zu sein. Nein, eine ehrliche, aufrichtige, lebendige Beziehung zu Jesus ist die Lösung. Denn Menschen, die sich in einer Beziehung befinden, werden einander ähnlich. Wer mit Jesus befreundet ist, wird ihm ähnlich. Und wie sich Jesus so verhält, kann jeder in der Bibel nachlesen.

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