Heimatbesuch: Nilpferde, Duftwolken und vier Stunden Ruhe

Unsere ehemaligen Nachbarn aus Wendelstein waren da. Natürlich samt Sohnemann, seinerseits bester Freund unserer kleinen Tochter. Da war die Wiedersehensfreude groß. Glücklicherweise hat sich das Wetter angepasst und die Sonne konnte den dichten Nebel pünktlich zum Mittagessen verjagen.

Wir kennen unsere Umgebung noch nicht übertrieben gut, aber für ein Wochenende reichte es aus. Tiere gucken in Hinterstoder und ein Nachmittag auf dem neuen Spielplatz in Windischgarsten samt Waffeln futtern im Kaffee. Unsere Gäste gewannen einen ganz besonderen Eindruck vom Schloss: Gemeinsam mit ihnen waren 80 Konfirmanden und ihre Betreuer zu Besuch. Und mit ihnen die ständige Angst, von einer Horde Nilpferde Jugendlicher über den Haufen gerannt zu werden, die sich glücklicherweise durch bebende Bodendielen ankündigt. Die Gerüche abgelegter aber ungewaschener Klamotten bahnen sich ihren Weg, hinaus aus den Zimmern und hinein in die Gänge, bis in die letzten Winkel des Schlosses, übertüncht nur von gelegentlichen Deo-Wolken. Eine trügerische Wohltat sind da die Küchendämpfe, die Griespudding, Kaiserschmarrn, panierte Schnitzel, schmelzenden Käse und andere Köstlichkeiten ankündigen. Doch davon angelockt findet sich der unachtsame Besucher gefangen vor dem verschlossenen Speisesaal. Sobald die himmlischen Tore geöffnet werden, gibt es kein Halten mehr, die menschliche Masse wird in den Saal geschossen und reißt mit sich, was auch immer im Wege steht. Aus sicherer Entfernung ein atemberaubendes Schauspiel.

Erstaunlicherweise blieb dennoch der Eindruck von Ruhe und einer wahrhaft friedfertigen Atmosphäre zurück, gemeinsam mit dem Wunsch, wieder zu kommen. Vielleicht war diese Stimmung ein Schatten naher Ereignisse, denn diese Woche beginnt die Klauser Klausur. Das ist eine Besinnungsfreizeit, die das Schlossleben einmal mehr beeinflussen wird: täglich vier Stunden Stille. Und wir Bibelschüler dürfen teilnehmen. Mal sehen, was die kleinsten Schlossbewohner dazu sagen werden.

Werbeanzeigen

Ein Gedanke zu “Heimatbesuch: Nilpferde, Duftwolken und vier Stunden Ruhe

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s