Tagesablauf

Nun sind drei Wochen Bibelschule vorbei und so langsam kristallisiert sich eine gewisse Routine heraus. Es zeigt sich: ich habe mich in der Bibelschule getäuscht.

Zumindest, was den zeitlichen Aufwand angeht. Wir sind nämlich doch stark eingespannt und haben einen vollen Stundenplan. Einigen meiner Bibelschulkollegen ging es zu unterschiedlichen Zeitpunkten in den vergangenen Wochen ähnlich, was schon für Spannungen sorgte.

Um 8 gibt’s Frühstück, um 9 fängt der Unterricht an und dauert den gesamten Vormittag. Wobei wir eine längere Pause von etwa 20 Minuten zum Kaffee trinken und frische Luft schnappen haben. Um 12.30 gibt’s Mittagessen, um 18.30 Abendessen.

Jeder von uns hat einen kleinen Dienst. Inzwischen haben sich auch unsere drei Syrer angepasst, erledigen nur noch die Aufgaben, für die sie eingeteilt sind und haben so mehr Zeit, um beispielsweise Deutsch zu lernen. Meine Aufgabe ist der Spüldienst nach dem Frühstück für 20/25 Minuten. Es gibt eine große Industriemaschine und so geht’s in erster Linie ums Abtrocknen und Aufräumen. Meine Süße bleibt verschont – eines der Familienprivilegien in der Bibelschule.

Neben den kleinen Diensten gibt’s noch einen größeren Dienst und während andere einen Nachmittag in der Küche helfen, die Herbstblätter zusammen kehren oder im Housekeeping-Team mitarbeiten, sind wir für die Wäsche der Bibelschulmänner verantwortlich – und für unsere eigene Familienwäsche. Kein geringer Vorteil.

Das wars noch nicht, denn es gibt auch einen sozialen bzw. missionarischen Einsatz. So fahre ich donnerstags ins Nachbardorf, um einigen Flüchtlingen Deutschunterricht zu geben. Zum Schloss gehören auch zwei Behindertenwerkstätten und eine psychiatrische Klinik, alle drei in umliegenden Orten. Auch dort sind einige Bibelschüler im Einsatz, andere haben Besuchsdienst im Gefängnis, es gibt einen Hort mit Hausaufgabenbetreuung für Kinder mit Migrationshintergrund und einen Jugendkreis.

Dann gibt es noch kleine Bibelschulteams, es gibt gemeinsamen Sport, einen Chor, … überraschenderweise bleibt tatsächlich noch etwas Freizeit übrig. In den erste drei Wochen gings nicht nur darum, anzukommen, und ich an diesen Tagesablauf zu gewöhnen. Es gab auch ständig Einführungen.

  • Brandschutz
  • Putzkammer
  • Bibelstudium
  • Kanubenutzung
  • die Schlosseinrichtungen wie die Behindertenwerkstätten kennenlernen
  • die Schloss-Crew kennenlernen
  • alle Räume kennenlernen
  • die Regeln im Waschraum
  • die Regeln in der Küche

Die Zeit der Einführungen ist jetzt aber vorbei, der Stundenplan wird regulär, Dinge spielen sich ein und so langsam kanns richtig losgehen.

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