Wortspiele verpflichten: Die Schönheit des Raumes.

Man kann sich nicht einfach ein albernes Wortspiel ausdenken und das dann so im Raum stehen lassen.

Klaustrophilie ist nicht übermäßig elegant und für sich gehört auch kein schönes Wort. Claustrum ist latein und heißt Verschluss, Riegel oder Schloss. Philos ist der Freund, die Endsilbe -philie bezeichnet eine bestimmte Vorliebe. Klaustrophobie ist die Angst vor geschlossenen Räumen, Klaustrophilie insofern die Zuneigung zu geschlossenen Räumen. Klaus ist aber auch der Name das Schlosses, in dem wir ein halbes Jahr wohnen werden.

Um dem Blognamen gerecht zu werden, werde ich hin und wieder Fotos von geschlossenen Räumen posten. Müssen ja nicht immer so miese Handyfotos wie das Titelbild sein. Und im Schloss gibts vielleicht auch den einen oder anderen hübschen Raum.

Der abgebildete Raum fühlt sich für mich in erster Linie leer an. Bis vor ein paar Tage war er noch mit Leben gefüllt, jetzt wirkt er tot. Unsere Möbel fehlen. Wir fehlen. Der Umzug liegt hinter uns. Und in unserer Wohnung herrscht eine Zeit zwischen den Zeiten. Die alten Mieter sind raus, die neuen noch nicht drin. Eine Zeit, in der dieser Raum seine Bestimmung nicht erfüllt und nur ab und an von sonderbaren Wesen der Zwischenwelt bevölkert wird: Putzleuten, Immobilienmaklern und – mir. Wie ein Geist kehre ich zurück und finde keine Ruhe in diesem Raum, der innerhalb kürzester Zeit zu einem unzuverlässigen Träger von Erinnerungen an Leben verkommen ist.

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